Doppelkopf

  

Wie war das noch beim Fußball mit der „Abseitsregel“ ?

Tja, ähnlich ist es beim Doppelkopf. Jeder Spieler kennt die Regeln, aber sie erklären ??

Na ja, versuchen wir´s mal ! Erst einmal für diejenigen, die garnix damit anfangen können: Doppelkopf ist ein Kartenspiel für mindestens 4 Personen und es ist eigentlich ein faszinierend blödes Spiel.

Ursprung

Ich weiß nicht genau, wer es erfunden hat. Die Schweizer waren´s jedenfalls nicht. Ich persönlich vermute, dass es mal 4 Freunde erfanden (zumindest waren sie es vorher), die Skat spielen wollten und einer war zuviel - schon war es passiert !

Jetzt brauchte man nur noch Regeln und ein geeignetes Kartenspiel. Einer kam wohl auf die Idee doch gleich 2 Kartenspiele zu nehmen, da bei einem Spieler mehr sonst zu wenige Karten für jeden übrig seien. Gesagt - getan! Und schon hieß das Spiel "Doppelte Karten".

Problematik

Beim ersten Austeilen ergab sich aber ein Problem: 16 Karten für eine Hand waren unübersichtlich und falls vielleicht mal ein Weib mitspielen wolle, auch unmöglich mit einer kleinen Hand zu halten. Was jetzt ? Irgendwie müsse es Sinn machen, die Karten zu reduzieren, ohne bei der ursprünglich zu niedrigen Anzahl zu bleiben.

Also hielt man ein Brainstorming ab. Zu gut deutsch: Jeder darfs Maul aufmachen, auch wenn er gar keine Ahnung oder nur blöde Ideen hat.

Der Eine wollte nur mit roten Karten spielen (wieder 32 Karten !), der nächste mit 8 statt 2 Karten im Stock (dann würde ja nur noch auf den Stock gereizt) und einer wollte einfach ein paar Karten weglassen. Für den letzteren Vorschlag fand sich dann eine Mehrheit und man musste nun nur noch festlegen, auf welche Karten man verzichten kann.

Nach mehreren schlaflosen Nächten und kleineren Raufereien setzte sich die bis heute übliche Art durch: Man lässt die 7er und 8er raus, da sie sowieso keinen Punktwert haben und behält so 48 Karten über. Das bedeutet für jeden verbleiben noch 12 Karten - das lässt sich gerade noch balancieren.

Taufe

Doch ein Problem blieb: „Doppelte Karten“ ging nicht mehr als Name. Es waren ja nicht mehr doppelt so viele. Der Vorschlag „Fast doppelt so viele Karten“ kam auch nicht so gut an. Da die Karten mit den bunten Köpfen nicht reduziert wurden, kam man dann wohl doch noch auf den Begriff "Doppelkopf", der sich bis heute gehalten hat.

Nur die richtig Guten sagen ganz leger „Doko“, wobei böse Menschen behaupten, es käme nicht von ungefähr, dass man Doofkopf genauso abkürzen könnte.

Regeln

Das Verteilen erfolgt nach einem heidnisch anmutendem Ritual. Der Geber mischt die Karten (möglichst mit der Bildseite nach unten) so lange, bis die Karten nach seiner Meinung durcheinander sind und legt den Kartenstapel auf den Tisch. Der rechte Nebenmann, der auch eine Frau sein darf, muss nun aus dem einen Stapel 2 machen, indem er einen Teil der Karten abhebt. Der Geber sollte nun wieder einen großen Stapel aus den beiden Stapeln machen, indem er möglichst die Reihenfolge verändert. Also den abgehobenen Stapel zum untersten macht. Nun erhält jeder der 4 Spieler 12 Karten, die in 3-er-Intervallen verteilt werden.

Jetzt geht´s los ….

Nein !!! Erst müssen wir fragen, ob alle „gesund“ sind ?? Das glaube ich, ist seit der Gesundheitsreform Pflicht. Aber so genau weiß ich das nicht. Wenn keine Kranken dabei sind, spielt der links vom Geber sitzende (ist sitzen Pflicht?) eine Karte auf und versucht im Laufe des Spiels mit seinem Partner so viele Stiche wie möglich zu machen.

Partner ??? - Ach ja, ich vergaß.

In einem ganz normalen Spiel sind jeweils 2 Spieler ein Paar, die versuchen das andere Paar - macht Sinn, denn so können alle 4 mitspielen - zu besiegen.

Damit das Spiel nicht langweilig wird, werden diese Paare nach jedem Spiel neu zusammengesetzt. Um nicht stundenlang damit zu verbringen, neue Paare zu kreieren, hat man ausgemacht, dass immer die beiden Kreuz-Damen zusammen spielen. Wer auf die Damen kam ist mir nicht bekannt. Wahrscheinlich waren es irgendwelche Emanzen, von wegen Gleichberechtigung oder so !

Nun aber ……

Jetzt versuchen wir, mit dem Partner so viele Stiche wie möglich zu machen. Aber wie erkenne ich meinen Partner ? Manchmal gar nicht und das ist nicht so gut. Also wurde eine Regel erdacht, die es möglich macht, sich schon bis zur zweiten Karte zu verraten. Dieses Coming-Out nennt sich „Ansage“. Man brüllt Re oder Contra und jeder weiss, dass man eine Kreuz-Dame hat oder auch nicht. Da dieses Outen nicht immer von Vorteil ist, wird dieser Mut mit 2 Zusatzpunkten belohnt, falls man gewinnt.

Stop !!

Etwas wichtiges wurde vergessen ! Es kommt natürlich beim Verteilen der Karten manchmal vor, dass beide Kreuz-Damen bei einem Spieler landen. Das ist dann „nicht gesund“. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: Sie heißt „Hochzeit“. Häh …???

Na ja, dass man nicht ganz gesund ist, wenn man heiratet, erscheint ja noch logisch. Aber 2 Damen ? Gut, man hat ja hier und da schon von gleichgeschlechtlichen Ehen gehört. Aber für ein Kartenspiel, welches eventuell auch noch von Kinder gespielt wird ??

Also an dieser Stelle weiß ich nicht, ob ich mich zu den Regeln noch weiter auslassen soll. Es gibt nämlich noch Begriffe, wie z.B. Karlchen, Solo, Fleischloser, Fuchs und Vorgeführter. Wer weiß, wenn ich darauf näher eingehe, was dabei noch für Sauereien herauskommen?

Daher verweise ich lieber an den www.doko-verband.de. Dort könnt ihr die zwar offiziellen, aber sicher etwas nüchterner dargestellten Regeln nachlesen.

Ich werde jetzt lieber versuchen, meiner Frau die Abseitsregel zu erklären.

 

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